Schon oft war der Wittelsbacherplatz vor der Siemens-Zentrale Schauplatz von Kundgebungen, und meist waren es ehemalige SiemensianerInnen, die hier gegen die Bedrohung ihrer Arbeitsplätze nach der Trennung von Siemens kämpften. Am 28. Februar ist es wieder einmal soweit: Die Beschäftigten von Nokia Siemens Networks fordern von Siemens, Verantwortung für seine frühere COM-Sparte zu übernehmen.
Während in München der Protest gegen den Kahlschlag am Faschingsdienstag mit einer öffentlichen "Mahnpolonaise" fortgesetzt wird, kehrt auch an den anderen Standorten keineswegs Ruhe ein. Bei der NSN-Region Süd-West protestierten vergangenen Freitag 70 Beschäftigte in Mannheim.
... hat die IG Metall Bayern den Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. In München und Würzburg zählte die Polizei deutlich über 4.000 DemonstrantInnen für mehr Entgelt, unbefristete Übernahme und mehr Mitbestimmung in der Leiharbeit als Ziel der kommenden Tarifrunde. Mit dabei waren viele NSN-Beschäftigte.
Bei Nokia Siemens Networks lassen die Beschäftigten, unterstützt durch eine Welle der Solidarität auch von Siemens, nicht nach im Widerstand gegen die Abbau- und Schließungspläne. Am Dienstag zogen rund 2.500 Münchner Beschäftigte um das Werksgelände, angeführt von einem Transparent mit der Aufschrift "Siemens, wir kommen".
In den Nokia Siemens Networks-Betrieben nicht nur in München gehen die Protest praktisch täglich weiter. Die Flut von Solidaritätsbezeugungen für die Beschäftigten hält unterdessen unvermindert an.
Anfang Februar tagte der Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebrates mit der Geschäftsführung in einer ersten Informationsrunde zu den Abbauplänen. Zwei Tage bemühte sich sich ein Dutzend Firmenvertreter, diese Pläne mit weiteren Details zu erläutern - ohne jedoch die Arbeitnehmervertreter auch nur annähernd überzeugen zu können.
In München ging der Protest am Mittwoch mit einer beeindruckenden Aktion weiter: Eine Kette aus rund 2.000 Menschen zog sich durch den gesamten Standort, um ihn vor der geplanten Schließung zu schützen. Mit dabei war der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena, der herbe Kritik an den Verantwortlichen bei NSN und Siemens übte.
Die Münchner NSN-Beschäftigten haben ihren Widerstand gegen die Schließung des Standorts am Dienstag mit einer großangelegten Mahnewache fortgesetzt. Solidarität kam unter anderem von der SPD in München.
Der Protest geht unvermindert weiter: In Leipzig haben am Montag über 200 NSN-Beschäftigte gegen die geplante Schließung ihres Standorts Flagge gezeigt. Für München sind unterdessen bereits zwei weitere Aktionen zur Wochenmitte angekündigt.