Die Entwicklung von GSM-R

Die Entwicklung von GSM-R

Mai 12, 2018 0 Von Jan Eggers

Offene Standards senken die Kosten für die Entwicklung und Implementierung von Technologien, und Nokia ist seit vielen Jahren ein starker Befürworter offener Standards zur Förderung der Interoperabilität, um die Grenzen von Technologie, Anbietern und nationalen Grenzen zu beseitigen.

Mit der Spezifikation und Standardisierung aller GSM-R-Schnittstellen steht den Betreibern ein offenes, interoperables und internationales System zur Verfügung, das den Wettbewerb fördert und erhebliche Einsparungen ermöglicht.

Nokia ist der Ansicht, dass die LTE-Funkzugangstechnologie den Bahnbetreibern die Möglichkeit bietet, mehrere getrennte Kommunikationssysteme zu einer vollständig IP-basierten, hocheffizienten und leistungsstarken Technologie für die Betriebs- und Fahrgastkommunikation zusammenzuführen.

Für Bahnbetreiber im Fernverkehr bietet LTE ausreichende Hochgeschwindigkeits-, Hochsicherheits- und Bandbreitenkapazität für den Schienenverkehr und eignet sich daher gut für die Unterstützung von Fahrgastverbindungen sowie für unternehmenskritische Betriebsanwendungen wie Zugsignalisierung, Videoüberwachung (CCTV), Bord- und Notfallkommunikation.

Innerhalb der UIC, der Agentur der Europäischen Union für Eisenbahn, ETSI und 3GPP, wird gemeinsam ein Telekommunikationssystem definiert, das GSM-R ersetzen kann und als FRMCS (Future Radio Mobile Communication System) bekannt ist. Nokia ist der Ansicht, dass LTE der am besten geeignete Kandidat im Rahmen der derzeitigen Normungsaktivitäten ist. Die Umstellung auf LTE erfordert jedoch eine umfassende technische und regulatorische Standardisierung, um die erforderliche Funktionalität, Interoperabilität und eine nahtlose Migration von GSM-R zu erreichen.

FRMCS analysiert die möglichen Einsatzszenarien, aber zum Beispiel durch den Einsatz eines LTE-Overlay-Netzes können bestehende GSM-R- oder andere Netzstandorte für einen kostengünstigen Rollout wiederverwendet werden. Auf diese Weise unterstützt das LTE-Overlay-Netz Breitbanddienste, während das bestehende Netz für den Betrieb von Sprach- und Schmalbanddiensten erhalten bleibt.

Nokia rät den Bahnbetreibern, vor Abschluss der Standardisierung in LTE zu investieren, um die Vorteile wertvoller Anwendungen zu nutzen, die eine höhere Bandbreite erfordern, als die heutige GSM-R bieten kann, sei es im Zug, auf der Strecke oder in Bahnhöfen.