Kampfansage an die Belegschaft!

November 23, 2011 0 Von Jan Eggers

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Nokia Siemens Networks weltweit rund 17.000 Arbeitsplätze abbauen will. Die IG Metall geht davon aus, dass auch in Deutschland nach bereits 5.000 früher gestrichenen Stellen erneut tausende Arbeitsplätze betroffen sein können. Darüber hinaus sind weitere „Portfoliobereinigungen“ im Gespräch – also Ausgliederungen einzelner Bereiche.

siehe auch:
IG Metall erwartet schlüssige Zukunftsstrategie und lehnt Portfolioeinschnitte ab18.07.2011
Bruchsal: Nun also doch Kündigungen01.06.2011
Massiver Stellenabbau bei Nokia Siemens Networks in Bruchsal geplant31.03.2010
Schon wieder Restrukturierung und Personalabbau!03.11.2009
Dateien:
NSN-01-11.pdf
Die IG Metall wird diesen Plänen nicht tatenlos zusehen. „Die neuerlichen Abbaupläne sind eine Kampfansage an die Belegschaft“, so Michael Leppek, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für NSN. Die IG Metall lehnt die Pläne ab und fordert, statt über Abbau und Ausgliederungen endlich über die Perspektive von NSN in Deutschland zu sprechen.

Schuld sind nicht die Beschäftigten

Seit dem Start von NSN im April 2007 wurden in Deutschland über 5.000 Arbeitsplätze abgebaut. Verursacher der jetzigen Krise sind keineswegs die Beschäftigten. „Schuld ist eine Führung, die es nicht geschafft hat, Kunden zu halten und zu binden, vernünftige Entscheidungs- und Arbeitsstrukturen zu schaffen und die richtigen und zukunftsweisenden Produkte, Lösungen und Services bereitzustellen“, ist sich Georg Nassauer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, sicher.

Verantwortung auch bei den Müttern

Mitverantwortlich für die schwierige Situation bei NSN sind auch die Mütter Nokia und Siemens. „Die einen können es offenbar nicht, die anderen haben viel zu lange nur zugeschaut“, lautet das bittere Resümee von Leppek. IG Metall und Gesamtbetriebsrat fordern nun, den angekündigten Stellenabbau und die Ausgliederungen sofort zu stoppen und über Alternativen zu verhandeln. Der Unternehmenssitz muss nach Deutschland verlagert werden. Durch die Mitbestimmung auf Unternehmensebene wäre eine dringend notwendige effiziente Kontrolle der Unternehmensführung möglich.

Ein Flugblatt der IG Metall zur aktuellen Entwicklung wird an die Standorte ausgeliefert. Als PDF kann man es über obenstehenden Link (NSN-I-11.pdf) herunterladen.