Nokia: Was hat das mit der Schiene zu tun?

Nokia: Was hat das mit der Schiene zu tun?

August 15, 2018 0 Von Jan Eggers

Für viele Menschen ist Nokia nur mit dem alten Handy verbunden, das sich irgendwo in einer Schublade befindet, wahrscheinlich mit einem leeren Akku. Allerdings ist Nokia heute einer der weltweit führenden Anbieter von Telekommunikationsnetzen und -systemen, sowohl in Festnetz-, Funk- als auch in softwaredefinierten Netzen für Dienstanbieter und Unternehmen. Nokia ist wahrscheinlich der einzige echte globale Anbieter von e2e-Lösungen für Festnetz, Funk, Software und Dienstleistungen.

Signal- und Telekommunikationsingenieure auf der Schiene werden Nokia mit der programmierbaren digitalen Multiplex-„Drop and Insert“-Übertragungstechnik in Verbindung bringen, die vor über 25 Jahren das Rückgrat vieler Rückgabesysteme war. Diese kupfer- und faserbasierten Übertragungssysteme waren für die damalige Zeit sehr fortschrittlich und konnten zentral oder lokal über Software-Handheld-Terminals verwaltet und konfiguriert werden (das war vor der breiten Verfügbarkeit von Laptops der Fall).

Solche fernkonfigurierbaren Systeme sind heute in den meisten Branchen und Bahnen üblich, aber Nokia war in seinem Ansatz um Jahre voraus und lieferte digitale Systeme Jahrzehnte, bevor „digital“ zum Schlagwort wurde, sowohl in der Gesellschaft als auch im Schienenverkehr.

Auch heute noch ist Nokia im Bahnbereich tätig und Marktführer bei GSM-R (einschließlich ETCS-Einsatz), LTE (Long Term Evolution) und IPMPLS, was die Anzahl der kommerziellen Netze und die Länge der betriebenen GSM-R-Leitungen betrifft. Nokia GSM-R wird in 20 Ländern eingesetzt und bedient mehr als 73.000 km Schienenwege. Das Unternehmen ist seit langem ein wichtiger Treiber bei der Entwicklung des GSM-R-Standards und bietet ein komplettes GSM-R-Portfolio von Kabinenfunkgeräten und Handheld-Rangiergeräten bis hin zu den Funkzugangs- und Kernnetzelementen. Dazu gehören Festnetz- und Mikrowellenübertragung, Dispatcherausrüstung und Netzwerkmanagementsysteme.

Nokia ist auch Marktführer für 4G LTE-Geräte und gehört zu den Marktführern bei der Entwicklung der 5G-Technologie. Das bedeutet, dass sie ideal positioniert ist, um der Schiene die besten Kommunikationslösungen anzubieten, und da sie an praktisch allen verfügbaren Technologien beteiligt ist, hat sie kein Interesse daran, der Schiene die Technologie zu liefern, die sie gerade anbietet und unterstützt. Und mit seinen umfangreichen Ressourcen wird Nokia während seiner gesamten Lebensdauer für den Support von Systemen zur Verfügung stehen.

Außerhalb des Schienenverkehrs und in der Telekommunikationsbranche ist Nokia in einem breiten Spektrum von Kunden und Branchen tätig. Nokia erweitert seit einiger Zeit sein mobiles Transportportfolio für die 5G-Ära, um den komplexen und vielfältigen Herausforderungen mobiler Infrastrukturen gerecht zu werden.

Die mobilen Transportlösungen von anyhaul basieren auf der Erfahrung von Nokia in den Bereichen Mobilfunk, Mikrowelle, IP, optische und stationäre Zugangstechnologien. Die Lösungen zielen darauf ab, die massive 5G-Skala von Konnektivität, Bandbreite und niedriger Latenz mit der dynamischen Programmierbarkeit der Servicebereitstellung über Cloud-basierte Anwendungen zu unterstützen. Nokia nimmt Sicherheit sehr ernst und verfügt über eine „Sicherheit durch Design“-Mentalität in seinem gesamten Portfolio sowie über eine diskrete Sicherheitsfunktion.

Vom Papier zum GSM

Die Ursprünge von Nokia gehen auf den finnischen Ingenieur Fredrik Idestam zurück, der 1865 in Südfinnland eine Zellstofffabrik gründete und damit den ersten Schritt zur Schaffung der Voraussetzungen für die technologische Innovationsfähigkeit von Nokia unternahm. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Zellstoffprodukten eröffnete Idestam kurze Zeit später ein zweites Werk am Nokianvirta River und inspirierte ihn, sein Unternehmen Nokia AB zu nennen.

Seit seinen Anfängen als Papierfabrik hat Nokia im Laufe der Jahre in verschiedenen Bereichen Erfolg gehabt, darunter Papierprodukte, Gummistiefel, Reifen, Kabel, mobile Geräte und Telekommunikationseinrichtungen. Seit den 1880er Jahren – fast seit Beginn der Telefonie – produziert das Unternehmen Telekommunikationsanlagen und verfügt damit über eine der besten Erfahrungen in der Branche.

In den 1960er Jahren wurde Nokia zu einem Mischkonzern, bestehend aus den Bereichen Gummi, Kabel, Forstwirtschaft, Elektronik und Energieerzeugung, der aus der Fusion von Idestam’s Nokia und Finnish Cable Works, einem 1912 gegründeten Telefon- und Stromkabelhersteller, hervorging.

Die Vielfalt und der Erfolg in verschiedenen Branchen im Laufe der Jahre hat den geografischen Aufstieg von einem finnischen Unternehmen bis in die 80er Jahre, zu einem europäischen Unternehmen Anfang der 90er Jahre und ab Mitte der 90er Jahre zu einem wirklich globalen Unternehmen widergespiegelt.

1982 führte Nokia sowohl die erste volldigitale Ortsvermittlung in Europa als auch das weltweit erste Autotelefon für den analogen Standard Nordic Mobile Telephone (1G) ein. Der Durchbruch von GSM (2G) in den 1980er Jahren führte zu einer effizienteren Nutzung von Funkfrequenzen und einer höheren Klangqualität. Der erste GSM-Anruf erfolgte 1991 mit einem Nokia-Telefon über das von Nokia gebaute Netz des finnischen Betreibers Radiolinja.

Bis 1998 war Nokia weltweit führend im Bereich der Mobiltelefone, eine Position, die es seit mehr als einem Jahrzehnt innehatte. Im Jahr 2007 hat Nokia seine Telekommunikationsinfrastrukturaktivitäten mit denen von Siemens zusammengelegt, um das Joint Venture Nokia Siemens Network zu gründen und später die Siemens-Beteiligung an NSN zu erwerben.

 

Siehe auch:
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