Samsung: wie es plant, weltweit führende autonome Auto-Tech entwickeln

Samsung: wie es plant, weltweit führende autonome Auto-Tech entwickeln

Juli 19, 2018 0 Von Jan Eggers

Der weltweit größte Smartphone-Hersteller hat mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar in selbstfahrende Technologie investiert. Hier ist, warum

Self-driving tech

Der Aufstieg von Autos mit Selbstfahrerfähigkeiten hat zahlreiche Möglichkeiten für Technologieunternehmen geschaffen, in die Automobilindustrie einzusteigen.

Jetzt hat der weltweit größte Smartphone-Produzent mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar darauf gesetzt, dass er Marktführer bei autonomen Fahrzeugen werden kann – und wir sprechen hier nicht von Apple.

Es handelt sich dabei um Samsung Electronics, das im vergangenen Jahr einen Anteil von 19% am Smartphone-Markt hatte, verglichen mit 14% bei Apple. Um das in Zusammenhang zu bringen, stellt das koreanische Unternehmen 44.000 Smartphones pro Stunde her und verkauft mehr als 660 Millionen angeschlossene Geräte pro Jahr.

Samsung Electronics has been quietly building up its involvement in autonomous and advanced driver assistance systems (ADAS) technology through its Silicon Valley- based Strategy and Innovation Centre.

According to Dave Anderson, the centre’s director of technology for smart machines, the business unit is tasked with “investing in the next generation of technology”. He added: “The hottest thing going on right now in Silicon Valley is self-driving cars, and anything related to them.”

Entscheidend ist, dass Samsung keine Ambitionen hat, eigene Autos zu bauen, wie es einst der Rivale Apple tat. Stattdessen konzentrieren sich die Bemühungen auf eine software- und hardwarebasierte offene Plattform namens Drvline, die Samsung zu einem „Go-to-Partner“ für Hersteller machen soll, die autonome Autos entwickeln wollen.

In den vergangenen 21 Monaten haben etwa 1000 Ingenieure von Samsung und Harman, der im Jahr 2017 für 8 Milliarden Dollar erworbenen Autotechnik-Tochter, mit der Arbeit an autonomen Systemen begonnen. Das Unternehmen hat rund 70 Millionen Pfund für die Schaffung eines Rahmens für eine autonome Fahrplattform ausgegeben und investiert in Unternehmen, die innovative autonome Systeme aufbauen. Weitere 100 Millionen Pfund wurden für den Aufbau eines so genannten „Ökosystems von Partnern“ bereitgestellt, das in fünf Bereichen arbeitet: Computer der nächsten Generation, Sensoren, Software, Kommunikation und Benutzererfahrung.

Samsung schuf dann einen speziellen Automobil-Innovationsfonds im Wert von rund 212 Millionen Pfund, um weiter in Unternehmen zu investieren, die über die erforderlichen Technologien für selbstfahrende Autos verfügen. Davon profitierte zunächst TTTech, ein auf Software-Integration spezialisiertes Unternehmen.

erklärte Anderson: „Wir wissen, dass es nicht einen Partner gibt, der alles kann, und wir wissen, dass wir nicht alles können, also lernen wir aus all den Erfahrungen der Branche und bringen die besten Stücke, die wir in der Branche sehen können, auf die Drvline-Plattform.

Die Idee der offenen Plattform ist, dass die Hersteller sie nach Belieben anpassen oder erweitern können und dass sie mit der Entwicklung autonomer Technologien wachsen und bauen kann. Zum Beispiel ist die Hardware um ein Baseboard herum aufgebaut, das in der Lage ist, Systeme bis Level 2 (auch als „hands-off“ bezeichnet) autonom zu handhaben, und das mit dem Fahrzeug interagiert, mit zwei Samsung-Prozessoren an der Seite. Tochtermodule von Samsung oder Partnerfirmen können hinzugefügt werden, um die Leistungsfähigkeit und Rechenleistung der Plattform zu erhöhen.

Anderson sagte, dass die Anforderungen für autonome Autos zu verbinden Geräte spielt auf die Stärken von Samsung als Unternehmen: „Autos werden zu softwarefähigen mobilen Geräten. Das sind Handys auf vier Rädern. Im Rahmen des autonomen Fahrens muss es aus einer grundsätzlichen Perspektive funktionssicher gestaltet werden. Das muss von Grund auf neu beginnen. Das ist einem Problem sehr ähnlich, das wir bereits mit Mobiltelefonen gelöst haben.“

Die wachsende Nachfrage nach In-Car-Technologie hat dazu geführt, dass die Automobilindustrie in den letzten Jahren schneller reagieren und die Vorlaufzeiten verkürzen musste, ähnlich wie die Hersteller von Smartphones. Anderson sagte: „Das war in den letzten zehn Jahren ein Trend, bei dem Technologieunternehmen angezogen wurden.

„Die Idee von Samsung als Technologieunternehmen ist für die Automobilhersteller so aufregend, dass sie kommen, um zu sehen, was wir tun können. Wir sind führend in allen Geschäftsbereichen, die wir berühren. Wir haben nicht das erste Smartphone entwickelt, aber wir sind diesem Trend schnell gefolgt und sind führend geworden, wie wir es bei Unterhaltungselektronik, Kühlschränken, Waschmaschinen, Trocknern und Fernsehern getan haben.

„Was Samsung in der Automobilindustrie tut, bringt diese Bandbreite an Fähigkeiten mit sich, sowohl im Hinblick auf die technischen Fähigkeiten als auch auf die reine Fertigungskapazität. Das wird ein störender Moment in der Branche sein.“

Autos, die Drvline mit bis zu Level 4 Autonomie betreiben („Mind-Off“, wobei der Fahrer seine Aufmerksamkeit von der Kontrolle des Autos abwenden kann), werden derzeit in Korea und Kalifornien getestet. Das erste Produkt aus dem neuen System dürfte eine nach vorne gerichtete autonome Bremskamera sein, die laut Anderson im Jahr 2020 in Produktion gehen soll.

Siehe auch:
https://www.nsn-dialog.de/?p=51&preview=true